"In der Nazi-Zeit wäre ich ermordet worden!"

Das sagt Sebastian Urbanski vom Bundesvorstand der Lebenshilfe zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Der Berliner Schauspieler hat das Down-Syndrom. Bei der Gedenkfeier am T4-Gedenkort in der Berliner Tiergartenstraße war auch der stellvertretende Vorsitzende der Lebenshilfe Bayern, Gerhard John, dabei.

Die Lebenshilfe gedenkt mit einem Kranz an die Menschen mit Behinderungen, die im Nationalsozialismus ermordet wurden. Von links: Christian Specht, Ulla Schmidt, Sebastian Urbanski und Gerhard John. (Foto: Lebenshilfe / Peer Brocke)

Die Lebenshilfe gedenkt mit einem Kranz an die Menschen mit Behinderungen, die im Nationalsozialismus ermordet wurden. Von links: Christian Specht, Ulla Schmidt, Sebastian Urbanski und Gerhard John. (Foto: Lebenshilfe / Peer Brocke)

Gemeinsam mit der Bundesvorsitzenden Ulla Schmidt, MdB, und den beiden Selbstvertretern Sebastian Urbanski aus dem Bundesvorstand und Christian Specht aus dem Landesvorstand der Lebenshilfe Berlin legte Gerhard John einen Kranz an der T4-Gedenkstätte nieder. Zu der diesjährigen Gedenkfeier hatte der Bundes-Behinderten-Beauftragte Jürgen Dusel eingeladen.

Nie wieder!

Anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar erklärt Sebastian Urbanski: "In der Nazi-Zeit wäre ich selbst ermordet worden! Nur aus einem einzigen Grund: Weil ich eine Behinderung habe. Deshalb müssen wir heute alles dafür tun, dass niemand schlecht behandelt und ausgegrenzt wird. Deutschland darf nie wieder so werden, wie es bei den Nazis war." Der Berliner Sebastian Urbanski gehört seit Ende 2018 dem Bundesvorstand der Lebenshilfe an. Der 41-jährige Schauspieler hatte 2017 am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus als erster Mensch mit Down-Syndrom zum Deutschen Bundestag gesprochen.

Gedenktag am 27. Januar

Vor 75 Jahren, am 27. Januar 1945, wurde das Vernichtungslager Auschwitz befreit. Heute wird jedes Jahr an diesem Tag aller Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Die Lebenshilfe erinnert besonders an die etwa 300.000 kranken und behinderten Menschen, die damals in ganz Europa ermordet wurden. Sie galten als "Ballastexistenzen", als "Volksschädlinge" und wurden als "lebensunwert" systematisch aussortiert. Die Lebenshilfe setzt sich daher seit ihrer Gründung vor mehr als 60 Jahren für eine inklusive Gesellschaft ein, die Menschen mit Behinderungen und anderen Minderheiten uneingeschränkte Teilhabe garantiert, so die Lebenshilfe-Bundesvereinigung in einer Medien-Mitteilung.

Weitere Infos und Fotos gibt es auf der Seite der Lebenshilfe-Bundesvereinigung.