Praxis-Check für Bürokratie-Abbau

In der Eingliederungshilfe gibt es einige bürokratische Hürden. Oft ist der Aufwand für Menschen mit Behinderungen, ihre Familien und auch für die Einrichtungen der Lebenshilfe hoch. Wie dieser verringert werden kann, darüber sprach die Lebenshilfe Bayern nun mit dem Beauftragten für Bürokratie-Abbau.

MdL Walter Nussel (links) mit Barbara Stamm und Dr. Jürgen Auer (Foto: Lebenshilfe Bayern)

MdL Walter Nussel (links) mit Barbara Stamm und Dr. Jürgen Auer (Foto: Lebenshilfe Bayern)

Tätigkeit als Beauftragter

So war der Abgeordnete des Bayerischen Landtags, Walter Nussel, der Einladung der Vorsitzenden der Lebenshilfe Bayern, Landtagspräsidentin a. D. Barbara Stamm, gefolgt und kam zum fachlichen Austausch "Praxis-Check für Bürokratie-Abbau in der Lebenshilfe" in die Landesgeschäftsstelle nach Erlangen.

Walter Nussel, Mitglied des Landtages (MdL), stellte zunächst seine ehrenamtliche Tätigkeit als Beauftragter für Bürokratie-Abbau der Bayerischen Staatsregierung vor. Seine Aufgabe sei es, unabhängig und ressortübergreifend Vorschläge für Bürokratie-Abbau zu erarbeiten. Dabei sieht sich der Beauftragte auch als Ansprechpartner für Bürgerinnen und Bürger sowie Verbände.

Weitere Informationen dazu gibt es hier.

Bürokratie kostet Zeit, Geld und Nerven

Zu der Abendveranstaltung waren gut 30 Vertreterinnen und Vertreter der Lebenshilfe aus ganz Bayern gekommen - im Gepäck einige Beispiele für besonders hohe bürokratische Hürden. Grundsätzlich kostet Bürokratie viel Zeit und nicht selten auch Nerven.

Vor allem für Menschen mit Behinderungen und ihre Familien kann sie zusätzlich zu den alltäglichen Herausforderungen sehr belastend sein. Nicht immer sind bürokratische Abläufe und Entscheidungen nachvollziehbar und allgemein verständlich. Die Lebenshilfe versucht hier, soweit wie möglich zu beraten und zu unterstützen.

Für die Einrichtungen der Lebenshilfe bedeutet Bürokratie vor allem Verwaltungsaufwand. Dieser bindet Personal und Arbeitszeit, die nicht für die direkte Hilfe am Menschen zur Verfügung steht. Bürokratie kann auch zum finanziellen Problem werden, wenn Gelder wie etwa für Schulaufwand oft jahrelang vorgestreckt werden müssen. Darüber hinaus kann es den bürokratischen Aufwand nahezu verdoppeln, wenn Angebote wie zum Beispiel die Freiwilligendienste von verschiedenen Stellen auf Bundes- und Landesebene gefördert werden.

Weniger Bürokratie - mehr Lebenshilfe

Bis zum Ende der Veranstaltung konnten sich der Beauftragte für Bürokratie-Abbau und sein Referent Felix Weltz eine ganze Liste konkreter Beispiele für zuviel Bürokratie aus der Lebenshilfe-Praxis notieren. Nun sollen Vorschläge dafür erarbeitet werden, wie dort ganz konkret Bürokratie abgebaut werden kann - im Sinne weniger Bürokratie für mehr Lebenshilfe für Menschen mit Behinderungen.