Rechtliche Betreuung – und dann?

Welche Aufgaben haben rechtliche Betreuer*innen? Was gehört nicht zu ihren Aufgaben? Das Gesetz wird erneuert. Welche Änderungen ergeben sich dadurch für mich? Darüber informierten sich über 55 Menschen mit Behinderungen und Interessierte auf der digitalen Fach-Tagung für Selbst-Vertreter*innen 2021 der Lebenshilfe Bayern.

Behinderten-Beauftragter zu Gast

Die stellvertretende Vorsitzende der Lebenshilfe Bayern, Hildegard Metzger, begrüßte zu Beginn des Kongresses alle Teilnehmer*innen und schilderte, warum ihr das Thema rechtliche Betreuung so wichtig ist. Auch Holger Kiesel, der Beauftragte für Menschen mit Behinderungen in Bayern, berichtete über seine Erfahrungen zu diesem Thema.

Danach vermittelte Dr. Lydia Hajasch, Juristin der Bundesvereinigung Lebenshilfe, den Teilnehmer*innen einen Überblick darüber, was rechtliche Betreuung beinhaltet und auch darüber, was rechtliche Betreuer*innen nicht entscheiden dürfen. "Wir können alles selbst entscheiden, die rechtlichen Betreuerinnen und Betreuer müssen uns dabei unterstützen", so das Fazit einer Teilnehmerin nach dem Vortrag.

Erfahrungen mit rechtlicher Betreuung

Die Selbst-Vertreterinnen und Selbst-Vertreter tauschten sich während der Tagung in Arbeitsgruppen über ihre persönlichen Erfahrungen mit rechtlicher Betreuung aus und gaben Hinweise, auf was man achten muss, damit es gut läuft. Die Änderung des Betreuungs-Rechts-Gesetzes räumt den Betreuten mehr Selbst-Bestimmung ein. Das neue Gesetz tritt 2023 in Kraft.

Dokumentation im Netz

Die virtuelle Fach-Tagung für Selbst-Vertreterinnen und Selbst-Vertreter aus ganz Bayern fand am 27. November 2021 statt. Eingeladen waren alle Menschen mit Behinderungen, die sich in örtlichen Lebenshilfe-Gremien zum Beispiel als Werkstatt-Räte, Bewohner-Vertretungen, Vereins-Vorstände, Beiräte oder Frauen-Beauftragte engagieren sowie alle Interessierten. Die Dokumentation zur Tagung gibt es demnächst im Online-Mitgliederbereich unter Materialien / Landesberatung / Tagungen.

Der Landes-Ausschuss

Die Tagung wurde vom Landes-Ausschuss Selbst-Vertreterinnen und Selbst-Vertreter der Lebenshilfe Bayern geleitet. Dieser setzt sich auf Landes-Ebene für die Belange von Menschen mit Behinderungen ein. Er behandelt insbesondere Themen wie Selbst-Bestimmung, Barriere-Freiheit sowie finanzielle Fragen.

Der Ausschuss wurde 2015 gegründet. Seine Mitglieder kommen aus ganz Bayern und sind auch in örtlichen Lebenshilfe-Gremien aktiv. Ausschuss-Vorsitzende ist Claudia Franke von der Lebenshilfe Neumarkt. Von Seiten des Lebenshilfe-Landesverbandes Bayern wird der Landes-Ausschuss von der Referentin Barbara Dengler begleitet.

Der Lebenshilfe-Landesverband Bayern bietet auch viele Fortbildungs-Angebote zu Themen wie Mitwirkung und Selbst-Bestimmung. Eine Übersicht der Fortbildungen für erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung, Eltern und Geschwister gibt es hier.