Stamm: Mehr schulische Pflegekräfte nötig!

Pro Klasse eine schulische Pflegekraft! Dafür setzt sich die Lebenshilfe Bayern schon lange ein. Nun soll es 100 zusätzliche Stellen an Förderschulen geben. "Das ist ein erster wichtiger Schritt, den wir sehr begrüßen", so die Landesvorsitzende Barbara Stamm zur Ankündigung des Kultusministeriums. Doch brauche es allein an Schulen mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung gut 200 Stellen mehr, um den akuten Bedarf zu decken, betont die ehemalige Landtagspräsidentin.

Applaus für mehr Pflegekräfte! (Foto: Lebenshilfe / David Maurer)

Applaus für mehr Pflegekräfte! (Foto: Lebenshilfe / David Maurer)

Pflegekräfte ermöglichen schulische Teilhabe

Die Zahl der Schülerinnen und Schüler an Förderschulen steige stetig und damit auch die Zahl der Klassen, erläutert Stamm. Gleichzeitig habe sich bei vielen Kindern und Jugendlichen der Pflegebedarf erhöht – aufgrund mehrfacher Behinderungen und Erkrankungen oder herausfordernden Verhaltensweisen. Um alle Kinder und Jugendlichen gut unterrichten und fördern zu können, sei grundsätzlich pro Klasse eine schulische Pflegekraft neben der Lehrkraft unerlässlich, so Stamm.

Aufgabe von Pflegekräften an Förderschulen ist es unter anderem, für die Grundbedürfnisse der Mädchen und Buben da zu sein: Sie wickeln oder begleiten zur Toilette, sie fördern die Mobilität und helfen beim An- und Auskleiden, sie beruhigen und unterstützen bei schwierigem Verhalten. Schulische Pflegekräfte haben meist eine Ausbildung in der Kinder- oder Heilerziehungspflege.

Förderschulen der Lebenshilfe Bayern

Es gibt aktuell 40 Förderzentren bzw. Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung und 45 Schulvorbereitende Einrichtungen (SVE) der Lebenshilfen in Bayern teils mit mehreren Zweigstellen und Standorten. In den Schulen und SVE werden im laufenden Schuljahr ca. 5.760 Kinder und Jugendliche insbesondere mit geistiger Behinderung gebildet, gefördert und unterstützt. Im Vorjahr waren es 5.600.

Lebenshilfe-Landesverband Bayern

Unter dem Motto "Miteinander – Wir gestalten Teilhabe" setzt sich der Lebenshilfe-Landesverband Bayern seit über 55 Jahren als Dachorganisation der bayerischen Lebenshilfen insbesondere für Menschen mit geistiger Behinderung und ihre Familien ein. Der Verband hat heute 160 Mitglieds-Organisationen, die rund 40.000 Menschen mit Behinderungen unterstützen, fördern und begleiten. Mit etwa 900 Einrichtungen, Diensten und Beratungsstellen hat die Lebenshilfe in Bayern ein umfassendes Netz kompetenter Hilfe aufgebaut.

Landesvorsitzende der Lebenshilfe Bayern ist seit 2001 Landtagspräsidentin a. D. Barbara Stamm. Die Lebenshilfe ist bundesweit aktiv als Elternverband und Selbsthilfe-Vereinigung, als Fachverband und Trägerin von Einrichtungen der Behindertenhilfe.

Medien-Mitteilung

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