"Wir müssen nerven. Sonst tut sich nichts!"

Die eigene Meinung sagen, an Themen dranbleiben und wenn nötig auch mal nerven - Lydia Peter aus Bayern und Sascha Ubrig aus Berlin sind aktiv in der Selbst-Vertretung. Gemeinsam sprechen sie darüber, was ihnen dabei besonders wichtig ist.

Lydia Peter und Sascha Ubrig reden über Selbst-Vertretung (Foto: Lebenshilfe / Mallasch)

Lydia Peter und Sascha Ubrig reden über Selbst-Vertretung (Foto: Lebenshilfe / Mallasch)

Lydia Peter sagt: "Ohne leichte Sprache kann es keine Mitbestimmung geben. Denn die Leute mit Lern-Schwierigkeiten müssen doch verstehen, worum es geht." Und Sascha Ubrig ergänzt: "Ich möchte gerne alle mitnehmen, das geht nicht ohne leichte Sprache."

Beide blicken zuversichtlich in die Zukunft. "In 20 Jahren passiert alles mehr auf Augenhöhe", sagt Sascha Ubrig. Und Lydia Peter ist sich sicher: "Wir Menschen mit Beeinträchtigungen sind für die anderen nichts Besonderes mehr, sondern einfach dabei."

Der Weg bis dahin wird nicht immer einfach sein. Lydia Peter ist sich sicher: "Jeder hat eine individuelle Lösung verdient. Und dafür muss man kämpfen." Und Sascha Ubrig weiß: "Wir müssen nerven. Sonst tut sich nichts."

Lebenshilfe-Kampagne

Das Selbst-Vertreter-Gespräch in Berlin hat die Lebenshilfe-Bundesvereinigung organisiert. Dr. Angelika Magiros hat moderiert und die Fragen gestellt.

Das gesamte Gespräch finden Sie hier.

Das Gespräch fand im Rahmen der bundesweiten Lebenshilfe-Kampagne "Selbst-Vertretung. Na klar!" statt. Lydia Peter hatte dazu ein Video gemacht. Damit hat sie eine Reise nach Berlin zum Selbst-Vertreter-Gespräch mit Sascha Ubrig gewonnen.

Sascha Ubrig ist hauptamtlicher Interessen-Vertreter in der Lebenshilfe Berlin. Er ist auch zweiter Vorsitzender im bundesweiten Lebenshilfe-Rat behinderter Menschen.

Die Videos zur Lebenshilfe-Kampagne finden Sie hier.

Selbst-Vertretung in Bayern

Lydia Peter ist Werkstatträtin in der Lebenshilfe Donau-Iller. Sie ist auch Mitglied im Landes-Ausschuss Selbst-Vertreterinnen und Selbst-Vertreter der Lebenshilfe Bayern.

Der Ausschuss setzt sich auf Landes-Ebene für die Belange von Menschen mit Behinderungen ein. Seine Themen sind vor allem Selbst-Bestimmung, Barriere-Freiheit sowie Geld-Fragen. Seine Mitglieder kommen aus ganz Bayern und sind auch in örtlichen Lebenshilfe-Gremien aktiv.

Der Landes-Ausschuss wird im November 2020 seine zweite große Fach-Tagung für Selbst-Vertreterinnen und Selbst-Vertreter aus bayerischen Lebenshilfen veranstalten. Die öffentlichen Diskussions-Papiere des Landes-Ausschusses gibt es hier.

Den Landes-Ausschuss erreichen Sie am besten über seine E-Mail-Adresse: selbst@lebenshilfe-bayern.de