Bayerischer Verdienstorden an Lebenshilfe-Persönlichkeiten
Ehre, wem Ehre gebührt: Die ehemalige Vorsitzende der Lebenshilfe Memmingen, Jutta Maier, und der Präsident der Lebenshilfe Passau, Altoberbürgermeister Jürgen Dupper, wurden mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet. “Wir freuen uns sehr und gratulieren herzlich zu dieser besonderen, wohlverdienten Auszeichnung der beiden Lebenshilfe-Persönlichkeiten", so die Landesvorsitzende Carolina Trautner zur Ordensverleihung.
© Lebenshilfe Bayern - Anita Sajer
Auszeichnung von Jutta Maier vom Verband angeregt
Die Auszeichnung von Jutta Maier mit dem Bayerischen Verdienstorden wurde vom Lebenshilfe-Landesverband Bayern angeregt. Damit will der Verband die herausragende Lebensleistung einer vorbildhaften Persönlichkeit hervorheben: Denn Jutta Maier hat über 30 Jahre hinweg die Lebenshilfe Memmingen im Unterallgäu mit einer Intensität geprägt, die weit über ein übliches Maß hinausgeht. Gleichzeitig bewirtschaftete sie einen landwirtschaftlichen Familienbetrieb.
Als Mutter von zwei Söhnen mit geistiger Behinderung brachte Jutta Maier ihre Erfahrungen aus allen Lebensphasen – von der Frühförderung bis zur Werkstatt – unmittelbar in die Vorstandsarbeit ein. Jutta Maier übernahm 2002 den Vorsitz in einer für den Verein wirtschaftlich kritischen Phase. Mit unermüdlichem Einsatz und hoher fachlicher Kompetenz sicherte sie den Fortbestand des Vereins und baute ihn zu einem der wichtigsten Sozialträger im Landkreis aus.
Im Jahr 2022 wurde schließlich die Vereinstruktur reformiert von Vorstand und Geschäftsführung hin zu Aufsichtsrat und Geschäftsführenden Vorstand. Damit hat sie den Verein zukunftsfest und professionell für die kommenden Jahrzehnte aufgestellt. Jutta Maier ist weit über die Grenzen der Lebenshilfe hinaus als Brückenbauerin zwischen Menschen mit Behinderungen und ihre Angehörige, den Einrichtungen und Diensten sowie der Politik und Verwaltung anerkannt.
Einsatz für Inklusion als Kommunalpolitiker
Ebenfalls ausgezeichnet wurde in diesem Jahr der Präsident der Lebenshilfe Passau, Jürgen Dupper. Der ehemalige Oberbürgermeister der niederbayerischen Stadt wurde dabei insbesondere für sein außerordentliches Engagement als Kommunalpolitiker gewürdigt. Dabei wurde auch sein Einsatz für sozialen Zusammenhalt und Inklusion hervorgehoben. Jürgen Dupper engagiert sich seit vielen Jahren im Vorstand der Lebenshilfe Passau - zunächst als Vorsitzender und schließlich als Präsident.
Der Bayerische Verdienstorden
Der Bayerische Verdienstorden wird seit 1957 jedes Jahr als Zeichen ehrender und dankbarer Anerkennung für hervorragende Verdienste um den Freistaat Bayern und das bayerische Volk vom Ministerpräsidenten verliehen. Er soll den herausragenden Einsatz und das außerordentliche Engagement im Freistaat für das Gemeinwesen symbolisieren. Als Besonderheit gilt, dass die Zahl der lebenden Ordensinhaber auf 2000 begrenzt ist.
Der Bayerische Verdienstorden in Form eines Malteserkreuzes wird an Frauen und Männer in einer Klasse verliehen. Vorschlagsberechtigt sind der Ministerpräsident sowie die Staatsminister für ihre Geschäftsbereiche. Darüber hinaus kann jede und jeder bei den Kreisverwaltungsbehörden, Regierungen, Bayerischen Staatsministerien und der Bayerischen Staatskanzlei eine Anregung auf Verleihung eines Ordens einreichen.
Die diesjährige Verleihung fand am 3. Juli 2026 in der Münchner Residenz statt. Ministerpräsident Dr. Markus Söder zeichnete dabei insgesamt 68 Persönlichkeiten mit dem Bayerischen Verdienstorden aus.
Ein Video und Fotos zur Verleihung am 3. Juli gibt es in der Mediathek der Bayerischen Staatsregierung.
Lebenshilfe-Landesverband Bayern: Teilhabe gestalten
Unter dem Motto “Miteinander – Wir gestalten Teilhabe” setzt sich der Lebenshilfe-Landesverband seit 1962 als Dachorganisation der bayerischen Lebenshilfen insbesondere für Menschen mit geistiger Behinderung und ihre Familien ein. Heute hat der Verband mit Sitz in Erlangen mehr als 160 Mitgliedsorganisationen. Diese unterstützen, fördern und begleiten über 50.000 Menschen mit Behinderungen und deren Familien.
Die Lebenshilfe Bayern hat ein umfassendes Netz kompetenter Hilfe aufgebaut – mit etwa 1000 Einrichtungen, Diensten und Beratungsstellen: Interdisziplinäre Frühförderstellen und Kindertageseinrichtungen, Förderschulen und Heilpädagogische Tagesstätten, Elternberatung, Wohnangebote und Werkstätten, Offene Hilfen und Familienentlastende Dienste, Kultur- und Freizeittreffs sowie Tagesstruktur für ältere Menschen mit Behinderungen.
Landesvorsitzende der Lebenshilfe Bayern ist Staatsministerin a. D. Carolina Trautner. Sie ist Mitglied des Bayerischen Landtages (MdL). Die Lebenshilfe ist bundesweit aktiv als Eltern- und Angehörigenverband, als Selbsthilfe-Vereinigung, Fachverband und als Trägerin von Einrichtungen der Behindertenhilfe. Sie ist konfessionell und parteipolitisch unabhängig.
