Trautner: Eingliederungshilfe + Pflege müssen sich ergänzen
Menschen mit schweren Behinderungen und chronischen Erkrankungen brauchen oft Eingliederungshilfe und Pflege. "Teilhabe ermöglichen heißt hier auch: gute Pflege leisten. Für manche Menschen und ihre Familien ist das von Beginn an notwendig, für andere im Alter. Entscheidend ist, dass sich die Hilfesysteme sinnvoll ergänzen." Das betont die Landesvorsitzende Carolina Trautner zum Gründungstag des Lebenshilfe-Landesverbandes Bayern am 12. Mai. Dieser ist auch Internationaler Tag der Pflege.
© Lebenshilfe – David Maurer
Unbürokratisch unterstützen und entlasten
Aus Sicht der Lebenshilfe müssen notwendige Leistungen aus Eingliederungshilfe und Pflege gut abgestimmt und von den jeweiligen Kostenträgern unbürokratisch gewährt werden. Ein vertrauensvolles Miteinander hilft allen Beteiligten.
Dabei müssen auch diejenigen unterstützt und entlastet werden, die Tag für Tag die Hilfen leisten. Das sind die vielen engagierten Kräfte in den Einrichtungen und Ambulanten Diensten ebenso wie die unzähligen pflegenden Angehörigen.
Dafür braucht es zum Beispiel ausreichend Plätze und gute Bedingungen für die Kurzzeitpflege von Kindern und Jugendlichen. Darüber hinaus gilt es im gesamten Sozial-, Gesundheits- und Pflegewesen, die Ausbildung von Fachkräften zu fördern, gute Bedingungen für Einrichtungen und Dienste zu schaffen und die Finanzierung von Leistungen zu sichern.
Aktionswoche Pflege und Teilhabe
In einigen Regionen Bayerns finden rund um den 12. Mai Aktionswochen zu Pflege und Teilhabe statt, zum Beispiel in den Landkreisen Regen und Starnberg.
Im Landkreis Starnberg gibt es noch bis 12. Mai vielfältige Aktionen und Info-Veranstaltungen, wie einen Markt der Möglichkeiten, Vorträge, Kinovorführungen oder Konzerte. Damit soll ein “starkes Zeichen für gute Versorgung, Prävention, Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe” gesetzt werden. An der Aktionswoche beteiligen sich unter anderem die Arbeitsgemeinschaft für Behindertenfragen – ARGE – Inklusionsbeirat für den Landkreis Starnberg, dem auch die Lebenshilfe Starnberg angehört, sowie die Isar-Würm-Lech Werkstätten.
Infos und Kontakt - Landkreis Starnberg
Im Landkreis Regen heißt es vom 11. bis 15. Mai “Pflege und Teilhabe – das geht uns alle an!” An der Aktionswoche beteiligt sich auch die Lebenshilfe Regen mit verschiedenen Veranstaltungen. Es gibt einen Tag der Offenen Tür im Heilpädagogischen Zentrum, eine Pflanzaktion im Kinderwohnheim sowie Gemeinsames Kochen bei den Offenen Hilfen. Außerdem lädt die Lebenshilfe Regen zu einem Rollentausch in ihre Einrichtungen ein. Dazu haben sich angekündigt der stellvertretende Landrat und VdK-Geschäftsführer Helmut Plenk sowie der Pflegedirektor der Arberland-Kliniken, Franz Kandler.
Infos und Kontakt - Landkreis Regen
Informationen rund um Leistungen der Pflegeversicherung
Wer kann Leistungen der Pflegeversicherung bekommen? Und wann ist Hilfe zur Pflege möglich? Dazu hat die Lebenshilfe viele Informationen zusammengestellt. Damit will sie insbesondere Eltern und Angehörigen einen aktuellen Überblick und Orientierung bieten.
Pflege und Behinderung - Infoseite der Lebenshilfe-Bundesvereinigung
Kampagne #TeilhabeIstMenschenrecht und Petition der Lebenshilfe
#TeilhabeIstMenschenrecht – so heißt die bundesweite Kampagne der Lebenshilfe. Die Lebenshilfe richtet sich dabei gegen einen drohenden Sozialabbau und fordert ein Bekenntnis der Bundesregierung zur uneingeschränkten Teilhabe von Menschen mit Behinderungen. Zur Kampagne wurde die Petition "Keine Kürzungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung" beim Deutschen Bundestag eingereicht. Auch der Lebenshilfe-Landesverband Bayern unterstützt die Aktion und ruft dazu auf, die Petition mitzuzeichnen. Sie läuft bis 25. Mai.
Weitere Informationen und (digitale) Materialien zur Kampagne samt Link zur Petition gibt es bei der Lebenshilfe-Bundesvereinigung.
Lebenshilfe-Landesverband Bayern: Teilhabe gestalten
Unter dem Motto “Miteinander – Wir gestalten Teilhabe” setzt sich der Lebenshilfe-Landesverband seit 1962 als Dachorganisation der bayerischen Lebenshilfen insbesondere für Menschen mit geistiger Behinderung und ihre Familien ein. Heute hat der Verband mit Sitz in Erlangen gut 160 Mitgliedsorganisationen. Diese unterstützen, fördern und begleiten über 50.000 Menschen mit Behinderungen und deren Familien.
Die Lebenshilfe Bayern hat ein umfassendes Netz kompetenter Hilfe aufgebaut – mit etwa 1000 Einrichtungen, Diensten und Beratungsstellen: Interdisziplinäre Frühförderstellen und Kindertageseinrichtungen, Förderschulen und Heilpädagogische Tagesstätten, Elternberatung, Wohnangebote und Werkstätten, Offene Hilfen und Familienentlastende Dienste, Kultur- und Freizeittreffs sowie Tagesstruktur für ältere Menschen mit Behinderungen.
Landesvorsitzende der Lebenshilfe Bayern ist Staatsministerin a. D. Carolina Trautner. Sie ist Mitglied des Bayerischen Landtages (MdL). Die Lebenshilfe ist bundesweit aktiv als Eltern- und Angehörigenverband, als Selbsthilfe-Vereinigung, Fachverband und als Trägerin von Einrichtungen der Behindertenhilfe. Sie ist konfessionell und parteipolitisch unabhängig.
