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Trautner zum 5. Mai: Auch Teilhabe ist nicht verhandelbar

Menschenrechte sind nicht verhandelbar. Das ist das Motto für den diesjährigen Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen. "Gesellschaftliche Teilhabe darf nicht in Frage gestellt werden – auch nicht in Zeiten knapper Kassen. Denn Teilhabe ist kein Privileg, sondern ein Menschenrecht. Und das ist nicht verhandelbar." Das betont die Landesvorsitzende der Lebenshilfe Bayern, Carolina Trautner, anlässlich des Protesttages am 5. Mai.

Bildmotiv der Aktion Mensch mit Logo des Lebenshilfe-Landesverbandes Bayern. © Aktion Mensch
Menschenrechte sind nicht verhandelbar: Am 5. Mai geht es um die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen. Motiv der Aktion Mensch mit Logo des Lebenshilfe-Landesverbandes Bayern. (digital generiert © Aktion Mensch)

Aktionen zum 5. Mai von und mit bayerischen Lebenshilfen

In vielen Städten, Gemeinden und Landkreisen gibt es rund um den 5. Mai gemeinsame Aktionen von Organisationen, Verbänden und Vereinen. Dabei soll auf die aktuelle Situation von Menschen mit Behinderungen und deren Familien aufmerksam gemacht werden. Seit vielen Jahren sind bayerische Lebenshilfen am Europäischen Protesttag aktiv. 

Eine kleine Auswahl der geplanten Aktionen in Bayern: 

  • Bereits am 2. Mai gibt es Musik, Tanz und Theater ab 11 Uhr beim Aktionstag in der Dr.-Konrad-Adenauer-Anlage in Fürth. In Nürnberg setzt sich um 12 Uhr wieder der UN-Zug in Bewegung – von der Lorenzkirche zum Weißen Turm, wo dann gefeiert wird. Im Landkreis Augsburg heißt es am 2. Mai bei einer OBA-Kunstaktion “Gemeinsam wird´s bunt - mit Inklusion Farbe zeigen”. Und in Weißenburg in Altmühlfranken wird es vom 2. bis 10. Mai eine Plakataktion zum Thema „Inklusion“ geben.
  • Am 5. Mai gibt es in Traunstein Aktionen unter dem Motto “Alles behindert? Demokratie braucht Inklusion!” ab 10 Uhr auf dem Maxplatz und ab 14 Uhr im LEO42 in der Leonrodstraße. Würzburg lädt ab 10 Uhr zur langen “Tafel der Menschenrechte” auf dem Unteren Markt ein. In Erlangen heißt es ab 16.30 Uhr “Wir sind hier” mit Kundgebung auf dem Hugenottenplatz, Demonstrationszug durch die Innenstadt und öffentlicher Party im Kubic. Im Landkreis Miltenberg wird die Gemeinde Kleinwallstadt und der dortige CAP-Markt in der Frühlingsstraße um 17 Uhr auf Barrierefreiheit hin getestet. In Schwabach wird am 5. Mai der Preis zum Musikwettbewerb “Melodie für Vielfalt” verliehen.
  • Am 7. Mai gibt es einen Aktionsstand mit Mitmachaktionen und Infomaterial in Dillingen.
  • Am 8. Mai will Amberg bei Aktionen auf dem Marktplatz “Menschenrechte aufblühen lassen”.
  • Am 9. Mai gibt es in Aschaffenburg das Inklusionsfest “Alle(s) zusammen” ab 13 Uhr am Blauen Klavier im Schöntal. In München steigt das Casa-Fest “Gemeinsam laut für Inklusion” mit Skaten, Tanzen, Livemusik ab 15 Uhr im Angela-von-den-Driesch-Weg. In Mitterteich im Landkreis Tirschenreuth gilt am 9. Mai das Motto “Laufend helfen” beim traditionellen Inklusionslauf ab 13 Uhr in der Waldsassener Straße. 

Mehr Informationen zu diesen und vielen weiteren Aktionen gibt es bei den regionalen Lebenshilfen und ihren Veranstaltungspartnern vor Ort. 

Aktion Mensch unterstützt Protesttag 

Die Veranstaltungen zum Europäischen Protesttag am 5. Mai werden bundesweit von der Aktion Mensch gefördert und unterstützt. 

Zum diesjährigen Motto erklärt die Aktion Mensch auf ihrer Website: “Die angekündigten Sparmaßnahmen im Sozialbereich und veränderte politische Rahmenbedingungen in den Kommunen bedrohen bereits erreichte Fortschritte für eine verbesserte Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung. (…) Es kann nicht sein, dass Menschen auf gesellschaftliche Teilhabe verzichten müssen. Teilhabe ist kein Luxus, sondern Menschenrecht – und stärkt unseren Zusammenhalt und unsere Demokratie. Darum: Werden wir laut zum 5. Mai! Gegen Diskriminierung und Ausgrenzung, für Solidarität und Teilhabe!” 

Der Aktionszeitraum läuft vom 2. bis 10. Mai. Weitere Informationen und (digitale) Materialien rund um den Protesttag #5Mai gibt es bei Aktion Mensch

Kampagne und Petition der Lebenshilfe-Bundesvereinigung 

Die Lebenshilfe richtet sich in ihrer bundesweiten Kampagne “Teilhabe ist Menschenrecht” ebenfalls gegen einen drohenden Sozialabbau und fordert ein Bekenntnis der Bundesregierung zur uneingeschränkten Teilhabe von Menschen mit Behinderungen. Zur Kampagne wurde die Petition "Keine Kürzungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung" beim Deutschen Bundestag eingereicht. Der Lebenshilfe-Landesverband Bayern unterstützt die Aktion und ruft dazu auf, die Petition mitzuzeichnen. 

Weitere Informationen und (digitale) Materialien zur Kampagne samt Link zur Petition gibt es bei der Lebenshilfe-Bundesvereinigung

Resolutionen der Lebenshilfe Bayern 

Die Lebenshilfe Bayern hat in den letzten Jahren zwei Resolutionen zu Teilhabe und Inklusion verabschiedet: Im Jahr 2025 die Resolution "Gesellschaftliche Teilhabe für Menschen mit Behinderungen verlässlich sichern – Teilhabe ist kein Privileg, sondern ein Menschenrecht!" und im Jahr 2024 die Resolution “Inklusion gestalten - Teilhabe von Menschen mit Behinderungen kommunal stärker verankern”. 

Darin fordert die Lebenshilfe Bayern unter anderem Politik und Kostenträger dazu auf, die Eingliederungshilfe bedarfsgerecht, dauerhaft und verlässlich zu finanzieren. Denn gesellschaftliche Teilhabe dürfe auch in Zeiten knapper öffentlicher Kassen nicht in Frage gestellt werden. Das heißt: Keine Kürzungen zulasten von Menschen mit Behinderungen und deren Familien. Darüber hinaus nimmt sie die Kommunen in die Pflicht. Denn das soziale Miteinander, Teilhabe und Inklusion, passieren ganz konkret und alltäglich da, wo Menschen wohnen, arbeiten, leben – also in den Kommunen, in den Städten, Dörfern und Siedlungen. 

Die Resolutionen gibt es auf der Website unter Papiere.

Lebenshilfe-Landesverband Bayern: Teilhabe gestalten

Unter dem Motto “Miteinander – Wir gestalten Teilhabe” setzt sich der Lebenshilfe-Landesverband seit 1962 als Dachorganisation der bayerischen Lebenshilfen insbesondere für Menschen mit geistiger Behinderung und ihre Familien ein. Heute hat der Verband mit Sitz in Erlangen gut 160 Mitgliedsorganisationen. Diese unterstützen, fördern und begleiten über 50.000 Menschen mit Behinderungen und deren Familien.

Die Lebenshilfe Bayern hat ein umfassendes Netz kompetenter Hilfe aufgebaut – mit etwa 1000 Einrichtungen, Diensten und Beratungsstellen: Interdisziplinäre Frühförderstellen und Kindertageseinrichtungen, Förderschulen und Heilpädagogische Tagesstätten, Elternberatung, Wohnangebote und Werkstätten, Offene Hilfen und Familienentlastende Dienste, Kultur- und Freizeittreffs sowie Tagesstruktur für ältere Menschen mit Behinderungen.

Landesvorsitzende der Lebenshilfe Bayern ist Staatsministerin a. D. Carolina Trautner. Sie ist Mitglied des Bayerischen Landtages (MdL). Die Lebenshilfe ist bundesweit aktiv als Eltern- und Angehörigenverband, als Selbsthilfe-Vereinigung, Fachverband und als Trägerin von Einrichtungen der Behindertenhilfe. Sie ist konfessionell und parteipolitisch unabhängig.