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Vereinbarung muss Teilhabe am Arbeitsleben verbessern

In Bayern wird weiterhin zur Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) verhandelt. Für Werkstätten gibt es dazu eine eigene Rahmenleistungsvereinbarung. Diese wurde in einer zweijährigen Modellphase getestet. Nun liegt dazu ein ausführlicher Bericht vor. Für die Lebenshilfe Bayern ist klar: Eine neue Vereinbarung muss die Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit Behinderungen spürbar verbessern und für Werkstätten in der Praxis umsetzbar sein.

KI-generiertes Symbolbild zum Thema © Lebenshilfe Bayern - KI-generiert
KI-generiertes Symbolbild zum Abschlussbericht zur Modellphase in den Werkstätten. (© Lebenshilfe Bayern)

Bericht als Grundlage für weitere Beratungen

Für die nun anstehenden weiteren Beratungen zwischen Leistungsträgern, Leistungserbringern und den Vertretungen der Leistungsberechtigten liefert der Bericht eine wichtige Grundlage. 

Dabei gilt aus Sicht der Lebenshilfe Bayern: Bevor die neue Vereinbarung flächendeckend umgesetzt werden kann, müssen noch zentrale Fragen geklärt werden. Dies betrifft insbesondere die Leistungsbemessung, die Abbildung hoher und komplexer Unterstützungsbedarfe, die administrative Umsetzbarkeit sowie die verlässliche Finanzierung der vereinbarten Leistungen. Gut und richtig bleibt, dass mit der neuen Vereinbarung die Leistungen stärker personenzentriert gestaltet werden können.

Insgesamt hat die Modellphase gezeigt, dass die Weiterentwicklung der Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben ein wichtiges Thema der BTHG-Umsetzung in Bayern bleibt. Der Lebenshilfe-Landesverband Bayern wird sich in diesen Prozess weiter konstruktiv einbringen.

Elf von 19 Modellwerkstätten von der Lebenshilfe

Die bayerische Rahmenleistungsvereinbarung für Leistungen im Arbeitsbereich der Werkstätten für behinderte Menschen (RLV WfbM) wurde in den Jahren 2024 und 2025 in ausgewählten Modellwerkstätten in den sieben bayerischen Bezirken erprobt. 

Dabei wurde untersucht, wie sich die neue Leistungslogik unter Praxisbedingungen fachlich, administrativ und finanziell auswirkt. Elf der 19 Modellwerkstätten gehören der Lebenshilfe Bayern an. Damit konnten umfangreiche Erfahrungen und Rückmeldungen aus der Praxis der Lebenshilfe-Werkstätten direkt in die Bewertung der Modellphase einfließen. 

Die Modellphase wurde durch die Institute contec und IEGUS begleitet und ausgewertet. Zu dieser Evaluation gibt es nun einen ausführlichen Abschlussbericht. Die Erkenntnisse müssen nun sorgfältig ausgewertet und in tragfähige, praxistaugliche und verlässliche Regelungen überführt werden.

Der Bericht kann hier in Lang- und Kurzfassung heruntergeladen werden. 

Landesausschuss Arbeit

Der Ausschuss berät den Landesvorstand zu Themen rund um Arbeit, Beschäftigung und Berufsbildung von Menschen mit Behinderungen und Unterstützungsbedarf. 

Als Fachausschuss ist er im gesamten Prozess zur BTHG-Umsetzung im Bereich Arbeit, Beschäftigung und Berufsbildung intensiv eingebunden bzw. selbst aktiv.

Der Geschäftsführer der JURA-Werkstätten Neumarkt und Vorstandsvorsitzender der Lebenshilfe Neumarkt, Andreas Moser, ist Vorsitzender des Landesausschusses. Die stellvertretende Landesvorsitzende Monika Haslberger, Lebenshilfe Freising, sowie Fachreferent Stephan Mitesser begleiten den Ausschuss inhaltlich und organisatorisch.

Lebenshilfe-Landesverband Bayern: Teilhabe gestalten

Unter dem Motto “Miteinander – Wir gestalten Teilhabe” setzt sich der Lebenshilfe-Landesverband seit 1962 als Dachorganisation der bayerischen Lebenshilfen insbesondere für Menschen mit geistiger Behinderung und ihre Familien ein. Heute hat der Verband mit Sitz in Erlangen mehr als 160 Mitgliedsorganisationen. Diese unterstützen, fördern und begleiten über 50.000 Menschen mit Behinderungen und deren Familien.

Die Lebenshilfe Bayern hat ein umfassendes Netz kompetenter Hilfe aufgebaut – mit etwa 1000 Einrichtungen, Diensten und Beratungsstellen: Interdisziplinäre Frühförderstellen und Kindertageseinrichtungen, Förderschulen und Heilpädagogische Tagesstätten, Elternberatung, Wohnangebote und Werkstätten, Offene Hilfen und Familienentlastende Dienste, Kultur- und Freizeittreffs sowie Tagesstruktur für ältere Menschen mit Behinderungen.

Landesvorsitzende der Lebenshilfe Bayern ist Staatsministerin a. D. Carolina Trautner. Sie ist Mitglied des Bayerischen Landtages (MdL). Die Lebenshilfe ist bundesweit aktiv als Eltern- und Angehörigenverband, als Selbsthilfe-Vereinigung, Fachverband und als Trägerin von Einrichtungen der Behindertenhilfe. Sie ist konfessionell und parteipolitisch unabhängig.