Lebenshilfe gedenkt der Opfer der NS-"Euthanasie"-Verbrechen
Die Lebenshilfe erinnert an die NS-“Euthanasie”-Verbrechen und sagt: “Nie wieder!”. Zum Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus legte sie am T4-Denkmal in Berlin einen Kranz nieder.
© Lebenshilfe Bayern - Jürgen Auer
© Lebenshilfe Bayern - Jürgen Auer
© Lebenshilfe Bayern - Jürgen Auer
Gedenkveranstaltung in Berlin
Der Kranz der Lebenshilfe wurde von der Bundesvorsitzenden Ulla Schmidt am 28. Januar am Gedenk- und Informationsort T4 in Berlin niedergelegt. Mit dabei waren unter anderem die Bundestagsabgeordnete und Mitglied im Bundesvorstand der Lebenshilfe, Dagmar Schmidt, der Selbstvertreter und Mitglied im Landesvorstand der Lebenshilfe Berlin, Christian Specht, sowie die Bundesgeschäftsführerin Prof. Dr. Jeanne Nicklas-Faust und der bayerische Landesgeschäftsführer Dr. Jürgen Auer.
Zur Gedenkveranstaltung hatte der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel, eingeladen.
Zum Hintergrund des Gedenkens
Am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslagers Auschwitz befreit. Seit 1996 wird in Deutschland rund um diesen Tag an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert.
In ihrer Pressemeldung zum Gedenktag weist die Bundesvereinigung darauf hin:
Erst 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges, im Jahr 2025, wurden die Opfer von ”Euthanasie"-Morden und Zwangssterilisierungen als Verfolgte des Nazi-Regimes anerkannt. Dafür hatte sich die Lebenshilfe jahrelang beharrlich eingesetzt.
Nun fordert die Lebenshilfe, dass nach dem Beschluss des Deutschen Bundestages die Anerkennung als Verfolgte auch rechtlich verankert werden müsse.
Insgesamt wurden von 1939 bis 1945 in Einrichtungen des Deutschen Reichs 200.000 kranke und beeinträchtigte Menschen in verdeckten Aktionen ermordet. Europaweit wird von 300.000 Tötungen ausgegangen. Die Opfer galten als “Ballastexistenzen”, als “Volksschädlinge” und wurden als “lebensunwert” aussortiert.
Ihre Vernichtung wurde im Rahmen der T4-Aktion systematisch geplant und kaltblütig vollzogen. Die Aktion ist benannt nach der Tötungszentrale in der Berliner Tiergartenstraße 4. Zu den Tötungen kommen 400.000 Opfer von Zwangssterilisierungen hinzu.
Mitteilung der Lebenshilfe-Bundesvereinigung
Gedenken und Erinnerung in Bayern
Viele Lebenshilfen in Bayern setzen sich für eine aktive Erinnerungskultur ein. So zum Beispiel die Lebenshilfe Miltenberg mit dem preisgekrönten Inklusionsprojekt "Nie wieder!". Die dazugehörige Wanderausstellung war bereits in der Landesgeschäftsstelle zu sehen.
Die Lebenshilfe Erlangen engagiert sich für den Gedenk- und Lernort in der ehemaligen Erlanger Heil- und Pflegeanstalt “HuPfla”.
Die Lebenshilfe Tirschenreuth betreibt seit vielen Jahren ein Café im heutigen Bezirksklinikum Wöllershof in der Oberpfalz und das Heilpädagogische Zentrum der Lebenshilfe Irchenrieth das Museumscafé in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg.
Lebenshilfe-Landesverband Bayern: Teilhabe gestalten
Unter dem Motto “Miteinander – Wir gestalten Teilhabe” setzt sich der Lebenshilfe-Landesverband seit 1962 als Dachorganisation der bayerischen Lebenshilfen insbesondere für Menschen mit geistiger Behinderung und ihre Familien ein. Heute hat der Verband mit Sitz in Erlangen gut 160 Mitgliedsorganisationen. Diese unterstützen, fördern und begleiten über 50.000 Menschen mit Behinderungen und deren Familien.
Die Lebenshilfe Bayern hat ein umfassendes Netz kompetenter Hilfe aufgebaut – mit etwa 1000 Einrichtungen, Diensten und Beratungsstellen: Interdisziplinäre Frühförderstellen und Kindertageseinrichtungen, Förderschulen und Heilpädagogische Tagesstätten, Elternberatung, Wohnangebote und Werkstätten, Offene Hilfen und Familienentlastende Dienste, Kultur- und Freizeittreffs sowie Tagesstruktur für ältere Menschen mit Behinderungen.
Landesvorsitzende der Lebenshilfe Bayern ist Staatsministerin a. D. Carolina Trautner. Sie ist Mitglied des Bayerischen Landtages (MdL). Die Lebenshilfe ist bundesweit aktiv als Elternverband und Selbsthilfe-Vereinigung, als Fachverband und Trägerin von Einrichtungen der Behindertenhilfe.
